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Adlkofen
Kirchenführer von Lothar Brey



  Johannes Evangelium Kapitel 20, 19 - 30 - "Jesus erscheint den Aposteln"

Am Abend jenes Tages, des ersten nach dem Sabbat, während die Jünger an dem Orte, wo sie waren, die Türen aus Furcht vor den Juden verschlossen hatten, kam Jesus, stand in ihrer Mitte und sprach zu ihnen: "Friede sei mit euch!"

Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen.

Wieder sprach Jesus zu ihnen: "Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch." Nach diesen Worten hauchte er sie an und sprach zu ihnen: "Empfanget (den) Heiligen Geist: denen ihr die Sünden nachlasst, denen sind sie nachgelassen; denen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten."

Thomas, einer von den Zwölfen, genannt der Zwilling, befand sich nicht bei ihnen, als Jesus kam. Da sagten die anderen Jünger: "Wir haben den Herrn gesehen!" Er aber erklärte ihnen: "Wenn ich nicht an seinen Händen das Mal der Nägel sehe und nicht meinen Finger in das Mal der Nägel und meine Hand in seine Seite legen kann, so werde ich nicht glauben!"

Acht Tage danach waren seine Jünger wieder im Saale und Thomas war bei ihnen. Plötzlich kam Jesus, während die Türen verschlossen waren, trat in ihre Mitte und sprach: "Lege deinen Finger hierher: da sind meine Hände! Reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite! Und zeige dich nicht ungläubig, sondern gläubig!"

 

Da antwortete ihm Thomas: "Mein Herr und mein Gott!"

Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, bist du nun gläubig - selig, die nicht sehen und doch glauben!"

 


Vor seinem Wirken als einer der zwölf Apostel war Thomas ein einfacher Fischer in Galiläa, wie übrigens die meisten der Jünger Jesu. Sein zweifelndes, ungläubiges Verhalten brachte ihm den Beinamen "der ungläubige Thomas" oder "Thomas der Zweifler".

 

In seinem späteren Leben soll Thomas, der Legende zufolge, im Orient die Menschen zum christlichen Glauben bekehrt haben. Neben dem historisch überlieferten Wirken in Indien, soll er dort auch als Baumeister des Königs Gundaphar tätig gewesen sein. Um das Jahr 67 soll er in dieser Gegend den Martertod durch das Schwert oder eine Lanze erlitten haben.

 

In bildnerischen Darstellungen wird der Hl. Thomas daher zumeist mit folgenden Attributen dargestellt:

 

im Kreise der Apostel zusammen mit Jesus, acht Tage nach der ersten Erscheinung, die Hand oder Finger in die Wundmale des Herrn legend;
mit Winkelmaß, wegen seines Wirkens als Baumeister;
mit Lanze, wegen seines Martertodes.

Auf dem Adlkofener Altarbild ist neben den 12 Aposteln noch eine Frau dargestellt. Die Meinungen über deren Identität gehen hier auseinander. Während manche darin die Heilige Mutter Maria sehen (symbolhafte Kleidung), dürfte es sich wohl eher um Maria Magdalena handeln. Sie war bei der Kreuzigung dabei, ihr erschien Jesus als erste bei der Auferstehung (Joh. 20, 14- 18) und er machte sie so zu einer Jüngerin. Wie oben beschrieben, kam Jesus zu "seinen Jüngern". Christus hat zudem als Auferstandener Maria Magdalena und den "ungläubigen" Thomas besonders ausgezeichnet, was die Anwesenheit Maria Magdalenas auf dem Adlkofener Altarbild durchaus als möglich erscheinen läßt. Auch die Beschreibung ihrer Darstellung auf anderen Bildwerken (junge Frau, gelöste Haare, Büßerkleid ....) deutet eher auf Maria Magdalena hin.

 

Der Altaraufbau stammt von Veit Cranzberger aus Vilsbiburg, das Altarbild von Ignatz Kauffmann aus Teisbach. Geschaffen wurden sie im Jahre 1764.