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Adlkofen
Kirchenführer von Lothar Brey



  Der heilige Sebastian

Der heilige Sebastian war ein römischer Märtyrer der um das Jahr 300 wirkte. Sebastian, der Name kommt aus dem Griechischen und heißt "der Erhabene", soll in Frankreich geboren und in Mailand erzogen worden sein. Durch seine Erziehung entwickelte er sich schon in frühester Jugend zu einem eifrigen Anhänger des christlichen Glaubens.

 

Er ließ sich als Soldat ausbilden und hatte in Rom, als befehlshabender Offizier der Leibwache des Kaisers, Zutritt zu allen Gefängnissen.

 

Zu jener Zeit waren auch zahlreiche gläubige Christen wegen ihres Glaubens eingesperrt und Sebastian, der allen irdischen Anfeindungen, wie Bestechlichkeit und Verrat, trotzte, zeigte sich als liebesfähiger Mitmensch und nutzte seine Zugangsmöglichkeiten zu den Gefängnissen, um den inhaftierten Christen, so gut es ging, zu helfen. Auch wohnte er häufig den christlichen Versammlungen bei, was im römischen Gebiet zu jener Zeit strengstens verboten war.

 

Unter Diokletian nahmen die Christenverfolgungen immer schlimmere Ausmaße an. So konnte es nicht ausbleiben, dass man irgendwann auch auf Sebastian aufmerksam wurde und ihn aufgrund seines Glaubens anklagte. Wegen Aufhetzung und Widerstandes gegen die Staatsgewalt wurde er zum Tod durch Erschießen verurteilt.

 

Numidische Bogenschützen führten das Urteil aus. Von zahlreichen Pfeilen getroffen brach Sebastian blutüberströmt im flavischen Theater zusammen. Man hielt ihn für tot und ließ ihn liegen. Die heilige Irene wollte ihn christlich begraben. Sie entdeckte noch Lebenszeichen, brachte ihn nach Hause und pflegte ihn wieder gesund.

 

Schon kurz nach seiner Genesung verließ er die sichere Obhut der heilige Irene. Er machte dem Imperator öffentlich Vorhaltungen wegen seines grausamen Vorgehens gegenüber den Christen. Der römische Herrscher erschrak zwar zunächst über das plötzliche Auftauchen des Tot geglaubten, ließ ihn aber sogleich wieder ergreifen und in der Arena zu Tode knüppeln. Seinen Leichnam ließ er in die angrenzende Abwassergrube werfen. Eine römische Christin, Lucina, barg den Leichnam und begrub ihn etwas außerhalb des damaligen Roms. An dieser Stelle wurde im Jahre 367 (etwa 13 Jahre nach seinem Tod) von Papst Damasus eine Basilika errichtet, die heutige San Sebastino Kirche.

 

Der Hl. Sebastian wird fast immer mit Pfeilen dargestellt. Unbekleidet ist sein Körper an einen Baum gebunden und von Pfeilen durchbohrt, in bekleideten Darstellungen hält er die Pfeile zumeist in der Hand.

 

Vorwiegend wird Sebastian als Jüngling gezeigt, gelegentlich mit einem Schnurrbärtchen, in älteren Bildern und Skulpturen auch als bejahrter, bärtiger, bekleideter Krieger oder Ritter.

 

Gerade in Deutschland ist seine Figur, wegen des Auffindungsortes seines Leichnams, an Brunnen zu finden.

 

Die Unwissenheit bezüglich der Übertragung der Pest machte ihn zu einem der sogenannten Pestpatrone. Da man im Glauben lebte, diese tödliche Krankheit würde von bösen Geistern durch geheimnisvolle Pfeile hervorgerufen, stieg er zum Schutzheiligen gegen diese furchtbare Seuche auf.


Der heilige Sebastian in der Kirche zu Adlkofen

In der Kirche von Adlkofen finden sich drei Darstellungen des heiligen Sebastian. Dies bezeugt auch die enge Verbundenheit der Pfarrgemeinde Adlkofen mit diesem Heiligen.

 

Bereits Pfarrer Hans Schmaus (+ 1517) errichtete eine Sebastianibruderschaft (Pfarrchronik - Blatt4), die sich schon damals großer Beliebtheit erfreute.

 

Das Altarblatt des linken Seitenaltars, dieser stammt aus der Zeit um 1770 (Spätrokoko) und wurde angeschafft von Pfarrer Johann Ferdinand Hofbauer 3), zeigt den heiligen Sebastian, wie ihn zwei Frauen vom Baumstumpf lösen und ihm die Pfeile entfernen. Zu seinen Füßen liegen drei weitere Pfeile, rechts im Vordergrund weist ein federgeschmückter Helm auf seine soldatische Vergangenheit hin. Über ihm hält ein Engel den für Märtyrer typischen Palmwedel und die Märtyrerkrone.

 

Geschaffen wurde dieses Altarblatt von dem Maler Josef Abfalter aus Landshut um das Jahr 1770.




Links davor (zwischen dem Sebastiansaltar und dem Marienaltar) befindet sich eine kleinere Statue, die den Heiligen ebenfalls als (beinahe) unbekleideten Jüngling (hier mit Bärtchen), von Pfeilen durchbohrt, an einen dunklen Baumstumpf gebunden zeigt.




An der Nordseite des Chores (links neben dem Hauptaltar) steht eine etwa lebensgroße (Holz-) Statue. Der Heilige ist hier als älterer(?) Römer dargestellt (Sandalen und Lorbeerkranz - wieder mit Bärtchen) der, gehüllt in einen weiten Umhang, zwei Pfeile in der linken Hand hält. Geschnitzt wurde die Figur von einem gewissen Pichlmeier aus Landshut.