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Adlkofen
Kirchenführer von Lothar Brey



  Der heilige Johannes Nepomuk

Der Hl. Johannes Nepomuk wurde um 1350 als Johannes Welflin oder (Wolflin) in Pomuk bei Pilsen geboren. Erzogen und ausgebildet in einem Zisterzienserkloster in der Nähe seines Heimatdorfes, studierte er anschließend in Prag und Padua Theologie und Rechtswissenschaften. Als Pfarrer von St. Gallus (Prag), später als Privatsekretär des Erzbischofs von Prag und als Notar der bischöflichen Kanzlei, machte er durch seine außergewöhnlichen Predigten auf sich aufmerksam. Er zeichnete sich gleichermaßen durch Gelehrsamkeit, Sanftmut, Bescheidenheit, Redlichkeit und vor allem Unparteilichkeit aus. So stieg er auf zum Domherrn und Generalvikar des Prager Erzbischofs.

 

Da zu jener Zeit große Spannungen zwischen dem königlichen Hof, es regierte König Wenzel IV., und der Prager Kirche herrschten, konnte sich Johann besonders durch sein umfassendes Rechtswissen und seine sanftmütige Kompromissbereitschaft auszeichnen. Obwohl ihm König Wenzel mannigfache Aufgaben und Ämter übertragen wollte, begnügte sich Johann mit dem Amt des Beichtvaters und stillen Beraters der Königin.

 

Doch die Willkür, die Launenhaftigkeit und die Zügellosigkeit von König Wenzel IV und seinem Hofstaat rissen immer tiefere Gräben in die Beziehung zwischen kirchlicher und weltlicher Macht. Dies gipfelte darin, dass mehrere Mitglieder des königlichen Hofes exkommuniziert wurden, was den Zorn des Herrschers noch mehr steigerte.

 

König Wenzel suchte nun jede Gelegenheit, um gegen die Geistlichkeit vorzugehen. In der Überlieferung wird berichtet, dass der König von Johannes verlangt haben soll, preiszugeben, was seine Frau, die Königin, gebeichtet hätte. Doch Johannes soll unverbrüchlich am Beichtgeheimnis festgehalten und kein Wort verraten haben. Auch sein standhaftes Eintreten für die Rechte der Kirche könnte ein Grund für die grausamen Folterungen gewesen sein.

 

Als sich nun Johannes von Nepomuk eines Tages für einen Koch einsetzte, der wegen eines verbrannten Essens auf dem Scheiterhaufen sterben sollte, ließ ihn Wenzel festnehmen und foltern. Mit Fackeln wollte man ihm das Beichtgeheimnis "herausbrennen", der König selbst soll sich an der Folter beteiligt haben. Schon vom Tode gezeichnet, band man ihm die Hände auf den Rücken, knüpfte den Kopf mit den Füßen zu einem Rad zusammen, spreizte ihm den Mund mit einem Holzpflock auseinander und schleppte ihn durch die Straßen hinunter zur Moldau. Dort warf man ihn von der Prager Brücke hinunter in die Fluten, wo er ertrank.

 


Der heilige Sebastian in der Kirche zu Adlkofen



Aufgrund seiner Leidensgeschichte gilt er als Symbol für die Unverletzlichkeit des Beichtgeheimnisses. Sein Tod in den Fluten der Moldau (noch heute befindet sich auf der Karlsbrücke in Prag eine rote Marmortafel und ein Standbild aus dem Jahre 1693) machte ihn zum "Brückenheiligen". Unzählige Nachbildungen des Prager Standbildes erinnern auch auf unseren Brücken an seinen Tod.

 

Dargestellt wird er mit Birett (=randlose Kopfbedeckung katholischer Geistlicher), Rochett (spitzenbesetztes Chorhemd der höhere kath. Geistlichen), Kruzifix oder (Märtyrer-) Palme in der Hand, an einem Fluss, auf einer Brücke, zuweilen hat er den Zeigefinger auf den Mund gelegt, manchmal ist sein Kopf von fünf Sternen umgeben.

 

Der Sternenkranz rührt von der Legende her, die besagt, dass der aus den Fluten der Moldau auftauchende Leichnam des Heiligen von hell leuchtenden Sternen umgeben gewesen sei, die die Nacht erhellt hätten. Vor diesem Glanze hätte Wenzel, von Gewissensbissen getrieben, Reißaus genommen.

 


In der Kirche von Adlkofen finden wir auf den beiden vorhandenen Darstellungen alle Attribute wieder.

 

Auf dem Altarbild trägt er das Rochett, ein Engel streut die blumenartigen Sterne um seinen Kopf. Stellvertretend erinnert der Zeigefinger an den Lippen der Frau an die Unverletzlichkeit des Beichtgeheimnisses, auch das Kruzifix ist vorhanden. Das Buch ist ein Hinweis auf den gelehrten Theologen, Rechtswissenschaftler und Berater der Königin. Die kostbar geschmückte Frau mit Diadem ist zweifellos die Frau von König Wenzel, deren Beichtvater und Berater er war.

 

Die ihm dargebotenen Privilegien und Aufgaben, die Bischofsmütze auf einem reichverzierten Samtkissen, lehnt er ab, sein Blick richtet sich auf die kirchlichen Lehren und Aufgabenstellungen (=Buch), sein Herz schlägt für die christliche Lehre, nach der er leben und sterben will.




 

Auf der kleinen Statue zwischen Florians- und Nepomukaltar trägt er Birett und Rochett, in der Hand hält er sowohl ein Kreuz als auch die Märtyrerpalme.