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Adlkofen
Kirchenführer von Lothar Brey



  Die Apokalypse des Johannes - Die Offenbarung


Von Kaiser Domitian auf die Insel Patmos verbannt, erfuhr Johannes (der Evangelist) dort eine geheimnisvolle Vision. In dieser apokalyptischen Offenbarung gibt der Verfasser (aaab dem 19. Jahrhundert wird die Verfasserschaft des hl. Johannes angezweifelt) einen prophetischen Ausblick für die durch die Verfolgung bedrängte Christenschaft. Durch die Vorhersage der Wiederkehr Christi will er die Christen trösten, zugleich aber auch einen Ausblick geben über die Gräuel, die diesem Ereignis vorausgehen werden.

 

Die Offenbarung (Apokalypse) des Johannes ist das abschließende und letzte Buch des Neuen Testaments. Sie beginnt mit der Schilderung einer Christusvision, die er auf der Insel Patmos erlebte.

 

"Ich, Johannes, ....war um des Wortes Gottes, des Zeugnisses Jesu willen, auf der Insel, die Patmos heißt. Am Tag des Herrn ward ich im Geiste entrückt und hörte hinter mir eine starke Stimme wie von einer Posaune, die sprach 'Was du siehst, schreibe in ein Buch......" (Off. 1, 9-10)

 

"...Da sehe ich einen Thron..... rings um den Thron sind vier Wesen.......Das erste Wesen ist 'gleich einem Löwen', das zweite 'gleich einem Stier', das dritte Wesen 'besitzt ein menschenähnliches Antlitz', und das vierte Wesen 'gleicht einem fliegenden Adler." (Off. 4, 2 - 8)

 

"Da sah ich in der Rechten dessen, der auf dem Throne sitzt 'eine Buchrol-le'......versiegelt mit sieben Siegeln."

"Da sah ich in der Mitte vor dem Throne und den vier lebenden Wesen 'ein Lamm' stehen wie 'geschlachtet'." (Off. 5, 1 - 8)

 

Diese Auszüge aus der Offenbarung erklären die Darstellung im Chor der St. Thomas Kirche von Adlkofen.

 

Im N. T. wird Jesus von Johannes dem Täufer (Joh. 1, 29) "Lamm Gottes" (= "Agnus Dei") genannt.

 

Ab dem 12. Jahrhundert wird das (Opfer-) Lamm mit einer Kreuzfahne darge-stellt.

 

Zum Zeichen des Geheimnisvollen ist das "Buch" mit den 'sieben Siegeln' ver-schlossen. Diese Siegel ergeben bei einem, in unserem Sinne herkömmlichen Buch, wie auf der Adlkofener Darstellung zu sehen, weniger Sinn, da man die einzelnen Seiten nicht versiegeln und vor Zugriffen bewahren kann, wie dies bei einer Schriftrolle möglich ist. Verständlicher wäre wohl eher die in der Offenbarung beschriebene "Buchrolle", die als Sinnbild für den göttlichen Weltplan steht.

 

Die sieben Siegel werden im Verlaufe der Offenbarung geöffnet und enträtselt: "...während das Lamm das erste der sieben Siegel öffnete...."

 

Hinter den einzelnen Siegeln verbergen sich Prophezeiungen von Völkerkriegen, Bürgerkriegen, Hungersnöten und Seuchen ("die apokalyptischen Reiter"), Märtyrertum und Glaubensverfolgungen, Naturkatastrophen und des Weltgerichts.

 

Die zentrale Darstellung dieser apokalyptischen Offenbarung in der Kirche von Adlkofen soll dem gläubigen Christen seine Vergänglichkeit und die weltlichen Leiden und Qualen in Erinnerung rufen, ihm aber auch Trost spenden durch die Ankündigung der Wiederkehr Christi und die Aussicht auf eine Erlösung.

 

Eine analoge Darstellung des Lammes, allerdings ohne Kreuzfahne, befindet sich am Hauptaltar, direkt über dem Tabernakel.