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Kirchenführer von Lothar Brey



Der Heilige Wendelin


Der Heilige Wendelin (althochdeutsch: der Wanderer, der Pilger) gilt als ein i-risch-schottischer Königssohn, der sich von seiner Heimat aus auf den Weg nach Rom begeben, sein königliches Leben mit dem einfachen Dasein eines Pilgers vertauscht hat, um in der "Ewigen Stadt" die Gräber der Apostel zu besuchen und mit dem Segen des Heiligen Vaters in der Nachfolge Christi zu leben. Nach den wenigen Fakten, die über ihn bekannt sind, soll er etwa um das Jahr 617 in den Vogesen gestorben sein.

Er wird als sogenannter "Bauernheiliger" verehrt, ein Patron der Landbevölke-rung für Vieh und Fluren.

Dargestellt wird der Heilige Wendelin als Hirte mit Hirtenkeule und Tasche, mit Pilgerstab, auch gelegentlich vor einer Klause sitzend, bisweilen Lämmer, Rinder  und Schweine hütend. Manchmal sind im Hintergrund Türme dargestellt (von Tholey oder St. Wendel/Saar).


Der königliche Schweinehirt (Die Legende)

Als der Königssohn Wendelin nach langer Wanderung Rom erreicht, die Gräber der Apostel in Rom besucht und auch den erbetenen Segen des Heiligen Vaters erhalten hatte, machte er sich wieder auf den Rückweg gen Norden.

In der Gegend von Trier fand er, fernab jeglicher Besiedlung, einen einsamen Platz, wo er sich eine Zelle errichtete und als Einsiedler niederließ. Unerkannt betete er in der Einsamkeit und Stille seiner Zelle, zuweilen machte er sich auf den Weg zur weit entfernten Kirche. Auf dem Wege dorthin erbettelte er sich sei-nen Lebensunterhalt und die Menschen gaben dem frommen Mann gerne ein Al-mosen.

Als er eines Tages auch einen reichen Edelmann um eine Gabe bat, machte ihm dieser Vorhaltungen und verlangte als Gegenleistung von ihm, er möge wenigs-tens seine Schweine dafür hüten. Der Heilige sah darin keineswegs ein Ansinnen, das unter seiner königlichen Würde wäre, sondern er betrachtete es als den Wunsch Gottes und so fügte er sich ohne Widerspruch in diese Aufgabe.

Unter seiner Obhut gediehen die Tiere prächtig und der Herr vertraute ihm bald auch eine Kuhherde an.

Da sich Wendelin vermehrt in die Einsamkeit seiner Einsiedelei zurücksehnte, führte er seine Herden oftmals an abgeschiedene Orte, um dort mit Gott und im Gebet allein zu sein.

So geschah es einmal, dass ihn sein Herr, der zu Pferde unterwegs war, mit der Herde an einem weit entfernten Ort antraf. Er war erzürnt darüber, dass der Hir-te die Tiere unnütz eine solche Strecke hatte laufen lassen und dadurch sich und die Tiere einer übermäßigen Anstrengung ausgesetzt hatte. Doch Wendelin ver-sprach ihm, mit seiner Herde schneller zu Hause zu sein, als er zu Pferde. Bei seiner Rückkehr fand der Herr auch tatsächlich schon die Schafe vor. Der Edel-mann erkannte, dass Wendelin dies nur mit der Hilfe Gottes geschafft haben konnte. So erlaubte er ihm auch, wieder in seine Einsiedelei zurückzukehren.

Daraufhin bezog Wendelin die Einsiedelei in der Nähe des Klosters Tholey, errich-tete dort schon bald eine Kapelle und setzte sein Büßerleben fort.

Immer wenn sie in Nöten waren suchten die Bauern der Umgebung den frommen Einsiedler auf und er half ihnen und ihren Tieren bei Krankheiten und Seuchen.

Angetan von seinen guten Werken wählten ihn die Brüder des nahen Klosters Tholey zu ihrem Abt. Dieses Amt hatte er zwanzig Jahre inne, ehe der Tod nahte. Immer noch hatte er nichts über seine wahre Herkunft verraten. Erst auf dem Sterbebett vertraute er dem Erzbischof von Trier, der ihm die Sterbesakramente überbrachte, das Geheimnis seiner königlichen Abstammung an.

Die Einsiedelei und Kapelle des Heiligen Wendelin wurde später immer größer, da zahlreiche Pilgerhäuser erbaut wurden. Bereits im 14. Jahrhundert erhielt die Siedlung das Stadtrecht, die Stadt heißt seitdem offiziell Sankt Wendel