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Adlkofen
Kirchenführer von Lothar Brey



Die heilige Notburga


Geboren im Jahre 1265 zu Rattenberg am Inn, verbrachte sie ihr Leben als fromme Dienstmagd. Mit achtzehn Jahren begann sie ihren Dienst beim Burgher-ren der Rottenburg, der ihr erlaubte, vom Überfluss der Burg den Armen und Kranken zu helfen.

Als nach dem Tod der Gräfin mit der herrischen und hartherzigen Schwiegertoch-ter eine neue Gebieterin auf der Burg einzog, wurde Notburga streng verboten, weiterhin mildtätige Gaben zu verteilen. So schaffte sie die Reste der Mahlzeiten und das, was sie sich selbst vom Munde abgespart hatte, heimlich aus der Burg und verteilte es unter die Armen. Als ihr auch das untersagt wurde, verließ sie die Festung und trat bei einem Bauern in der Nähe als Haus- und Dienstmagd eine neue Stelle an.

Bei ihrem Arbeitsantritt machte sie es zur Bedingung, dass sie am Vorabend ei-nes jeden Sonn- oder Feiertages beim Gebetläuten die Arbeit niederlegen durfte, um sich durch Beichten und Beten auf den Empfang des Leibes Christi vorberei-ten zu können.

Nach ihrem Weggang vom Schloss suchten Kummer und Sorge, Krankheit und Zwietracht die Burg heim und es herrschte kein rechtes Glück mehr. Die harther-zige Gräfin erkrankte schwer und Notburga vergaß all das Böse, das sie ihr ange-tan hatte, nahm Urlaub und pflegte ihre ehemalige Herrin aufopferungsvoll. Be-troffen von dieser menschlichen Größe änderte diese ihre herzlose Gesinnung, bekannte sich zum Christentum und starb schließlich als reuige Sünderin im Glauben an Gott.

Notburga kehrte zurück auf den Bauernhof doch wurde sie sehr bald wieder vom Grafen Heinrich auf das Schloss geholt, von wo aus sie noch fast zwei Jahrzehnte als wohltätige Dienerin wirkte.

Die Hl. Notburga starb am 14. September 1313. Sie fand ihre letzte Ruhestätte in der Rupertikapelle in Eben, in der sie so häufig gebetet hatte.

Dargestellt wird die Hl. Notburga zumeist als bäuerliche Dienstmagd mit Brot, Getreidegarbe, Krug, Ochs und/oder Sichel (siehe dazu auch Legenden)


Die Legende

Notburga kam mit achtzehn Jahren als Dienstmagd auf die Rotten-Burg. Ihre Herrin, Gräfin Gutta,  war eine edle und wohltätige Frau, die es Notburga gestat-tete, vom Überfluss der Burg den Hungernden und Armen drunten im Tal etwas zukommen zu lassen. Die großherzige Magd erwarb sich dadurch die Liebe und das Ansehen der armen Bevölkerung.

Nach dem Tod der mildtätigen Gräfin herrschte die herzlose und selbstsüchtige Schwiegertochter Ottilia, Frau des Grafensohnes Heinrich,  auf der Burg. Die gei-zige Herrin neidete der hilfsbereiten Magd die Anerkennung und Achtung der Be-völkerung und verbat Notburga, weiterhin Speisen und Kleidung aus der Burg an die Notleidenden, Hungernden und Armen zu verteilen.

Dennoch sparte sich Notburga so manche Speise vom Munde ab und brachte sie dann heimlich hinunter ins Dorf, um sie an die Bedürftigen zu verteilen.


Eines Tages befahl der Ritter Heinrich, Notburga solle die übriggebliebenen Es-sens- und Getränkereste hinaus in den Stall bringen, um damit  die Tiere zu füt-tern:

"Geh hinaus und füttere damit die Hunde und Schweine! Sie sollen es auch gut haben!"
 
Die ehrfürchtige Magd konnte nicht glauben, dass all die guten Speisereste und Getränke einfach nur für die Tiere bestimmt sein sollten, vor allem, wenn sie an die Hungernden jenseits der Burgmauern dachte.

Gegen die Anweisung ihrer Herrschaft verbarg sie die Speisereste in ihrer Schür-ze, um damit unbemerkt ins Tal zu schleichen. Der Burgherr überraschte sie je-doch, gerade als sie die Burg verlassen wollte. Da er ahnte, was Notburga vor hatte, war er sehr erzürnt. Zornig verlangte er von ihr, sie möge ihm den Inhalt der Schürze zeigen.

"Öffne deinen Schurz, ich will sehen, was du darin so geheimnisvoll herum-trägst!"

Notburga zierte sich, doch der Ritter packte die Schürzenenden und riss sie Not-burga aus der Hand. Zu Boden fielen nicht etwa Speisereste sondern lediglich gewöhnliche Hobelspäne. Da erkannte der Ritter das Unrecht seiner Tat, und er ließ Notburga fürderhin in Frieden.
 

Nachdem Notburga wegen der herrschsüchtigen Gräfin Ottilia die Festung verlas-sen hatte, trat sie unten im Tal ihren Dienst bei einem Bauern an, der es ihr ges-tattete, vor Sonn- und Feiertagen die Arbeit rechtzeitig zum Gebetläuten nieder-legen zu dürfen, damit sie sich durch Gebet und Beichte auf die Eucharistiefeier vorbereiten konnte.

Als nun eines Tages der Bauer vor einem Feiertag von ihr doch verlangte, auch noch nach dem Gebetläuten weiterzuarbeiten, weil die Ernte eingebracht werden musste, weigerte sich Notburga und erinnerte den Bauern an sein Versprechen. Ihr neuer Herr wähnte sich wegen eines drohenden Gewitters im Recht und be-stand auf seiner Forderung. So rief Notburga Gott um Rat und Beistand an und bat um ein göttliches Zeichen. Zum großen Erstaunen der Umstehenden schweb-te daraufhin Notburgas Sichel, wie an einer unsichtbaren Schnur aufgehängt, frei in der Luft.

Von diesem Tag an hielt der Bauer seine gottesfürchtige Magd nie mehr von der Andacht ab.


Nach ihrem Weggang vom Schloss suchten Kummer und Sorge, Krankheit und Zwietracht die Burg heim und es herrschte kein rechtes Glück mehr. Die harther-zige Gräfin erkrankte schwer und ließ nach Notburga schicken:

"Holt mir die gottesfürchtige Magd zurück! Sie soll für mein Heil und meine Ge-nesung beten!"

Notburga vergaß all das Böse, das Ottilia ihr angetan hatte, nahm Urlaub und pflegte ihre ehemalige Herrin aufopferungsvoll.

Betroffen von dieser menschlichen Größe und Opferbereitschaft änderte die Grä-fin ihre herzlose Gesinnung, bekannte sich zum Christentum, ließ sich taufen  und starb schließlich als reuige Sünderin im Glauben an Gott.
Daraufhin kehrte Notburga zurück auf die Burg. Graf Heinrich unterstützte sie tatkräftig bei ihren Bemühungen, den Armen und Bedürftigen zu helfen. So konnte sie noch fast zwanzig Jahre als wohltätige Magd wirken.


Als die Hl. Notburga ihr eigenes Ende nahen sah, bat sie darum, dass ihr Leich-nam auf einen Ochsenkarren gelegt werden sollte. Dann sollte man die Ochsen frei laufen lassen und dort, wo sie stehen blieben, sollten ihre sterblichen Über-reste begraben werden.

Ihrem Wunsch entsprechend geschah es. Die Ochsen durchquerten den Inn und hielten direkt vor der Rupertikapelle in Eben, wo sie so oft in Andacht gebetet hatte.