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Adlkofen
Kirchenführer von Lothar Brey



  Der heilige Konrad


Die Person des Heiligen Konrad ist eng verknüpft mit dem Wallfahrtsort Altötting. In der dortigen Kapelle finden wir die silberne Figur des Hl. Konrad, links vom Marienaltar. Ihm gegenüber kniet, mit andächtig geneigtem Haupt, der Kurprinz Maximilian Joseph.

Johann Birndorfer, so sein weltlicher Name, wurde am 22. Dezember 1818 in Parzham (Rottal), Pfarrei Weng geboren. 1943 fand die Heiligsprechung statt, obwohl oder gerade weil sein Leben keineswegs nur aus großen Ereignissen oder wundersamen Geschichten bestand, sondern eher in genügsamen Bahnen verlief, bestimmt von der Erfüllung recht profaner Dienste am Nächsten.

Aufgewachsen in einer tiefreligiösen, kinderreichen Familie, unterschied sich Jo-hann bereits frühzeitig von seinen Altersgenossen. Schon auf dem Schulweg be-tete er gern den Rosenkranz, von altersbedingten Raufereien und Streitereien hielt er sich fern, oftmals griff er schlichtend in Auseinandersetzungen ein. We-gen seiner Vorliebe zum Gebet wurde er als "Betbruder" gehänselt, in späterer Jugend mied er Wirtshäuser und den Kontakt zum weiblichen Geschlecht. Wenn er nicht arbeitete, hielt er sich zumeist in der Kirche auf. Er trat dem Dritten Or-den des Hl. Franz und verschiedenen Bruderschaften bei, verzichtete auf sein väterliches Erbe und gefiel fortan durch ein Leben in Arbeit, Frömmigkeit und Buße.

Mit dreißig Jahren bat er um die Aufnahme bei den Kapuzinern und ihm wurde das Pförtneramt im St. Annakloster in Altötting übertragen. Dieses Amt hatte er vierzig Jahre lang inne, bis zu seinem Tod am 21. April 1894.

Als Bruder Konrad begegnete er den Anliegen und Bitten, die an ihn als Pförtner herangetragen wurden, mit sanftmütiger Geduld, offenherziger Freundlichkeit und unablässiger Ausdauer. Für alle hatte er ein offenes Ohr, für bittende Wall-fahrer und Schulkinder, für Wandergesellen und Bettler, für Arbeitssuchende und Heimatlose. Ihnen allen stand er mit Rat und Tat zur Seite, durch seine Gebete erbat er für sie den  göttlichen Beistand.

Man sagt ihm nach, dass er Ereignisse vorhersagen konnte, auch wurden ihm viele Gebetserhörungen zugeschrieben. Mit unermüdlichem Einsatz versah er bis zu seinem Tod die ihm zugedachten Aufgaben.


Dargestellt wird der heilige Bruder Konrad mit brauner Kutte, weißem Bart und Kreuz.

Die Darstellung mit Kind und Brot, wie sie in der Adlkofener Kirche zu finden ist, wurde in keiner für diese Arbeit eingesehenen oder verwendeten Literatur er-wähnt, wenngleich die vorangehende Schilderung ausdrücklich auf sein bevor-zugtes Verhalten gegenüber Kindern hinweist.