Adlkofen-Bilder.de
Adlkofen
Kirchenführer von Lothar Brey



  Die heilige Katharina


Die Heilige Katharina, zu deutsch, "die allzeit Reine" 1) lebte zu Ende des 3. Jahrhunderts. Sie starb um das Jahr 310 den römischen Märtyrertod. Über ihr Leben ist wenig bekannt, da Aufzeichnungen erst ab dem 10. Jahrhundert vor-handen sind. Ab dem Mittelalter wurde sie hoch verehrt und ihre Gestalt übte großen Einfluss auf Kunst und Dichtung aus.

Die Heilige Katharina gehört zu den "drei heiligen Madln", von denen es heißt:

"Margareta mit dem Wurm2),
 Barbara mit dem Turm,
 Katharina mit dem Radl,
 das sind die drei heiligen Madl."

Dargestellt wird sie mit einem, manchmal zerbrochenen, Rad, das zumeist Za-cken aufweist, mit Schwert, Buch, Palme oder Krone, bisweilen auch mit einem Ring, als Symbol der mystischen Vermählung mit Christus.

Die Heilige Katharina zählt zu den vierzehn Nothelfern, die, bedingt durch Pest-seuchen und soziale Nöte, ab dem 14. Jahrhundert besonders in Bayern, und hier vor allem in den Diözesen Bamberg und Regensburg, verehrt wurden.


Die königliche Märtyrerin - Die Legende

Katharina residierte als reiche Tochter des Königs Costus allein in ihrem Palast in Alexandria, da ihre Eltern schon früh verstorben waren.  Sie war unbeschreiblich schön, von zarter Gestalt und herausragender Bildung. Als Königstochter hatte sie eine gewissenhafte Erziehung erhalten, sie war klug, intelligent und in allen damaligen Künsten und Wissenschaften bewandert. Während ihrer Ausbildung kam sie auch mit der christlichen Lehre in Berührung. Schon als junges Mädchen wies sie alle Freier ab, weil ihr keiner gut und intelligent genug erschien, und sie entschied sich für ein Leben, das sie Jesus Christus widmete.

Eines Tages zog der römische Feldherr Julius Caesar in Alexandria ein. Er glaubte nicht an den christlichen Gott, sondern huldigte vielen Göttern und Götzenbildern.

Daher ließ er das Volk zusammenrufen, damit sie seinen Götzen und Göttern Opfer darbringen sollten. Die Christen weigerten sich jedoch, dieser Forderung nachzukommen. So verurteilte sie Julius Caesar zum Tode, und er ließ sie den wilden Tieren zum Fraß vorwerfen.

Den nahen Tod vor Augen stimmten die christlichen Märtyrer religiöse Gesänge an, die sich mit dem furchterregenden Brüllen der gierigen Bestien vermischten.

Diesen Lärm nun hörte Katharina in ihrem Herrschaftsgebäude. Sie sandte einen Boten aus, der erkunden sollte, woher dieser Krach käme. Als sie den Grund erfuhr, machte sie sich eilends auf den Weg zur Arena. Dort schickten sich schon die ersten Christen an, durch die Furcht des bevorstehenden Martyriums erweicht, den Götzenbildern Opfer darzubringen.

Katharina versuchte in einer enthusiastischen Rede, in der sie all ihr Redekunst und ihr Wissen einsetzte, den Imperator davon zu überzeugen, wie widersinnig die Anbetung von steinernen Götzenbildern sei, und dass diese Ehre nur dem einen Gott allein gebührt.

Caesar war beeindruckt vom Wissen, von der Überzeugungskraft und auch von der Schönheit der jungen Königstochter Katharina. Er ließ sie in seinen Palast bringen, denn er wollte sie retten und zugleich für sich beanspruchen.

 

So sprach er zu ihr:
" Wenn du deinem Gott abschwörst, sollst du nach meiner Frau, der Kaiserin, die Erste im Palast sein, und dein Bild soll genauso angebetet werden, wie die Statuen der Göttinnen!"

Empört über dieses Ansinnen erwiderte Katharina scharf:

"Ich lasse mich weder durch deine süßen Worte noch durch grausame Martern von meinem Herrn und Gott abbringen!"

Dies erzürnte den Kaiser sehr. Er ließ Katharina bei entblößtem Leib mit Peit-schen züchtigen und anschließend in einen finsteren Kerker werfen. Seinen Schergen gab er die Anweisung, sie zwölf Tage hungern zu lassen.

Nachdem der Herrscher unmittelbar darauf für einige Tage verreisen musste, bekam die Kaiserin Mitleid mit der Gefangenen und besuchte sie in ihrem schauerlichen Verließ. Wie war sie erstaunt, als sie das dunkele Loch hell erleuchtet vorfand und engelsgleiche Gestalten erblickte, die die Wunden der Märtyrerin salbten und pflegten.

Katharina erhob sich daraufhin von ihrem Lager und predigte der Kaiserin vom Christentum und der Güte Gottes. Die Kaiserin war so angetan von der Verkün-dung des Wortes Gottes, dass sie wiederkam und sich taufen ließ. Auch sorgte sie von nun an für das leibliche Wohl der Gefangenen.

Von seiner Reise zurückgekehrt, fand Julius Caesar seine Gefangene wohlgenährt und bei bester Gesundheit vor. Darüber war er sehr erbost und er befahl, man solle ein Rad fertigen und dieses mit spitzen Nägeln und Zacken versehen, um damit Katharina unter grausamen Qualen zu töten.

Vom Fenster aus beobachtete die Kaiserin dieses Martyrium. Bei ihr war der O-berste der Garde, Porphyrus, der sie stets zu Katharina begleitet und sich eben-falls zum Christentum bekehrt hatte.

Als man nun mit der Folter begann, zerbrach wie durch ein Wunder das mit Nä-geln und Zacken beschlagene Rad. Die Kaiserin sah darin einen Fingerzeig Gottes. Sie machte ihrem Gatten lauthals Vorwürfe wegen seiner Grausamkeit und bekannte sich öffentlich zum Christentum.

Der Kaiser hatte auch mit seiner Frau kein Erbarmen, vor allem, als er erfuhr, dass auch der Gardeoberst Porphyrus Christ geworden war. Er ließ sowohl seine Gattin, als auch den Oberst, zunächst martern und dann enthaupten. Mit ihnen tötete er all die anderen Christen. Katharina selbst verurteilte er zum Tode durch das Schwert.