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Adlkofen
Kirchenführer von Lothar Brey



  Der heilige Isidor


Der heilige Isidor wurde um das Jahr 1110 in Madrid als Sohn armer Eltern geboren. Seine Eltern lebten von einigen wenigen, gepachteten Feldern und Tagelohnarbeiten. Sie erzogen ihren Sohn im Glauben an Gott zu christlicher Nächstenliebe und Ehrfurcht vor der göttlichen Schöpfung.

Schon als junger Mann trat Isidor in die Dienste eines Adligen aus Madrid. Als dessen Feldarbeiter versorgte er die Felder auch bei der dort vorherrschenden Hitze und dem kärglichen, steinigen Boden ohne Klagen und Murren, da er es als gottgewollte Aufgabe hinnahm. Er rackerte von morgens bis abends, fand aber immer Zeit für ein Gebet und den täglichen Kirchgang. Nie hörte man ihn fluchen, die Tiere betrachtete er stets als Geschöpfe Gottes, zu keiner Zeit ließ er sich zu Misshandlungen hinreißen, und er sorgte stets für eine gute Behandlung und Versorgung.

Sein gottgefälliges Leben wirkte sich wohl auch positiv auf den Ernteertrag aus. Er hatte eine glückliche Hand bei der Bestellung der Felder und so gedieh auf seinen Fluren das Getreide ganz besonders gut. Dies erkannte auch sein Herr, und er belohnte ihn daher reichlich für seine mühevolle, aber fruchtbringende Arbeit.

Nun neideten ihm aber die anderen Tagelöhner und Knechte im Dienste des Adligen diese bevorzugte Behandlung. Sie brachten allerlei Gerüchte in Umlauf, um dem Ansehen von Isidor zu schaden. So verbreiteten sie die Behauptung, seine Frau würde es mit der ehelichen Treue nicht so genau nehmen und den täglichen Kirchgang zu ehebrecherischen Handlungen missbrauchen. Der fromme Mann vertraute jedoch seiner Frau und verurteilte die böswilligen Verleumdungen.
 

Als diese Schwätzereien nichts fruchteten, beklagten sich die Knechte und Mägde bei ihrem Herrn, dass Isidor durch den täglichen Kirchgang die ihm anvertrauten Felder vernachlässigen würde. Da diese Vorwürfe nicht verstummten, ließ sich auch der Adelige verunsichern, und er rief Isidor zu sich, um ihn darob zur Rede zu stellen.

Der fromme Mann hatte jedoch keineswegs seine Arbeiten vernachlässigt. So machte er seinem Herrn folgenden Vorschlag: "Wartet bis zur Erntezeit. Wenn dann auf meinen Feldern der Ertrag geringer ist, als bei den anderen, so könnt ihr mir den Verlust vom Lohn abziehen"

Zur Zeit der Ernte musste der Grundbesitzer jedoch mit Erstaunen feststellen, daß die Felder, die Isidor bearbeitet hatte, sogar mehr Früchte trugen als die der Verleumder.

 

Isidor starb am 15. Mai 1170 genau an dem Tag, den er bereits vorhergesagt hatte. Als man, aufgrund einer Erscheinung, vierzig Jahre nach seinem Tode das Grab öffnete, fand man seinen Leichnam und die Kleidung unverwest vor.
Im Jahre 1622 wurde Isidor heiliggesprochen, die Stadt Madrid erhob ihn zu sei-nem Schutzpatron.

Dargestellt wird der Heilige Isidor mit Dreschflegel, mit Engeln, die mit einem Pflug ein Feld bearbeiten oder mit einem Pflug allein. Zumeist trägt er einfache Arbeitskleidung.

Bei uns gilt er als der Standesheilige der Bauern.